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VERTRAUENSLEUTE der IG Metall in der SALZGITTER FLACHSTAHL GmbH Werk Salzgitter
Salzgitter-Peine
VERTRAUENSLEUTE SZFG

GESCHICHTE DER VERTRAUENSLEUTE

Lange   

vor   

Gründung   

der   

ersten   

Ge-

werkschaften     

wählten     

Arbeiter     

als

Reaktion      

auf      

Unternehmenswillkür

Sprecher   

oder   

Ausschüsse   

zur   

Wahr-

nehmung  

ihrer  

Interessen.  

Dies  

war  

auf

einzelne   

Betriebe   

beschränkt.   

Die   

Ak-

tivitäten  

endeten  

oft,  

wenn  

der  

Konflikt

geregelt war.

Konsequenz   

dieses   

Engagements   

war

leider  

oft  

der  

Verlust  

des  

Arbeitsplatzes

und Strafverfolgung durch den Staat.

Erst   

1848,   

dem   

Jahr   

der   

bürgerlichen

Revolution,    

bildeten    

sich    

die    

ersten

dauerhaften   

gewerkschaftlichen   

Orga-

nisationen          

(Tabakarbeiter          

und

Buchdrucker).    

Auch    

wenn    

die    

Ziele

noch   

sehr   

unklar   

und   

die   

politische

Kraft  

gering  

waren:  

Es  

wurde  

deutlich,

dass   

man   

nur   

gemeinsam   

die   

soziale

und  

politische  

Lage  

verbessern  

konnte.

Obwohl   

der   

Staat   

durch   

Verbote   

und

Strafen     

versuchte,     

die     

Arbeiterver-

einigungen zu schwächen, wuchsen sie.

Am  

23.  

Mai  

1863  

kam  

es  

schließlich  

zur

Gründung  

des  

„Allgemeinen  

Deutschen

Arbeitervereins“   

in   

Leipzig.   

Schon   

in

dieser  

Phase  

des  

Aufbaus  

war  

klar:  

Die

Organisation  

verdankte  

ihre  

Stärke  

nur

den Arbeitern in den Betrieben.

Sie      

bestimmten      

daher      

für      

jede

Werkstatt  

in  

den  

Betrieben  

einen  

Ver-

trauensmann.     

Selbst     

während     

des

Bismarckschen       

„Sozialistengesetzes“,

das  

für  

zwölf  

Jahre  

jedwede  

politische

Tätigkeit    

verbot,    

waren    

es    

die    

Ver-

trauensleute  

in  

den  

Betrieben,  

die  

den

gewerkschaftlichen    

Gedanken    

weiter

vertraten  

und  

so  

die  

Idee  

der  

Arbeiter-

solidarität  

am  

Leben  

hielten.  

So  

konnte

nach     

den     

zwölf     

Jahren     

politischer

Unterdrückung   

mit   

der   

Stabilisierung

und  

dem  

Ausbau  

der  

jungen  

Gewerk-

schaftsbewegung fortgefahren werden.

Nun   

wurde   

ein   

Netz   

von   

Vertrauens-

leuten  

aufgebaut,  

das  

von  

den  

Gewerk-

schaftsmitgliedern  

gewählt  

wurde  

und

als Fabrikvertrauenskörper handelte.

Ohne   

gesetzliche   

Absicherung   

waren

diese  

Vertrauensleute  

die  

einzigen,  

die

die   

Wünsche   

und   

Interessen   

der   

Be-

schäftigten aufnehmen.

POLITIK Der     Adel     regiert     Deutschland. Doch     der     Ruf     von     Teilen     des Bürgertums             sowie             von Handwerkern       und       Arbei-tern nach     mehr     Demokratie          wird lauter   und   führt   schließlich   1848 zu   Revolution.   Im   selben   Jahr   tritt die    Frankfurter    Nationalversam- mlung     zusammen     und     verab- schiedet   die   erste   deutsche   Ver- fassung.     Doch     die     Monarchie schlägt zurück.

1830 - 1870

 Anfänge der

Arbeiterbewegung

Wirtschaft Die      Dampfmaschine      revolu- tioniert   die   Welt.   Sie   hält   Ein- zug   in   Webereien   und   Spinner- eien,   in   der   Kohle-,   Eisen-   und Stahlproduktion.    1835    nimmt die   erste   Eisenbahn   ihren   Be- trieb    auf    und    eröffnet    neue Möglichkeiten,   Waren   zu   trans- portieren.    Es    ist    die    Geburts- stunde   des   industriellen   Kapi- talismus in Deutschland.
Soziale Lage Schutzlos       sind       Arbeiterinnen, Arbeiter   und   Kinder   den   Fabrik- herren   ausgeliefert.   Für   Hunger- löhne   arbeiten   sie   14   bis   16   Stun- den   pro   Tag,   leben   mit   ihren   Fa- milien    in    viel    zu    kleinen    Wohn- ungen.   Sie   sind   unterernährt,   die hygienischen     Bedingungen     ver- heerend.   Krankheiten   wie   Tuber- kulose breiten sich rasant aus.
Die ersten Arbeiterausschüsse Der   Konflikt   zwischen   Kapital   und   Arbeit   entwickelt   sich im    Zuge    der    Industrialisierung    unter    kapitalistischen Vorzeichen    um    die    Mitte    des    19.    Jahrhunderts.    Die Arbeiter    und    Arbeiterinnen    stehen    den    Fabrikherren recht-   und   machtlos   gegenüber,   diese   degradieren   ihre Leute zu rechtlosen Befehlsempfängern. Schon     die     ersten     Arbeiterorganisationen     kämpfen gegen   Ausbeutung   und   Entmündigung   und   fordern   für die   Arbeiter   und   Arbeiterinnen   ein   Mitspracherecht   bei der    Gestaltung    der    Arbeitsbedingungen.    Im    Zuge    der Revolution   1848   werden,   z.B.   bei   Borsig   in   Berlin,   erste betriebliche    Arbeiterausschüsse    gebildet.    Und    in    den Beratungen   des   Volkswirtschaftlichen   Ausschusses   der Frankfurter    Nationalversammlung    wird    1848    die    Idee einer    betrieblichen    und    überbetrieblichen    Mitbestim- mung diskutiert, allerdings nicht umgesetzt. Nach   Auslaufen   des   Sozialistengesetzes   wird   1891   im Zuge   des   „Neuen   Kurses“   unter   Kaiser   Wilhelm   II.   mit dem    Arbeiterschutzgesetz    die    freiwillige    Bildung    von Arbeiterausschüssen   angeregt.   1892   wird   die   Idee   der Arbeiterausschüsse    mit    der    Preußischen    Berggesetz- novelle    auf    den    Bergbau    übertragen.    Beide    Gesetze stoßen    vor    allem    bei    den    Arbeitgebern    der    Schwer- industrie    auf    Ablehnung,    die    Umsetzung    lässt    dann auch   bis   1905   auf   sich   warten.   In   anderen   Branchen entstehen   im   letzten   Drittel   des   19.   Jahrhunderts   aus den    betrieblichen    Unterstützungskassen,    die    vielfach von   Arbeitern   geleitet   werden,   Vorformen   von   Betriebs- vertretungen.   Und   in   einzelnen   Betrieben,   z.B.   in   der Jalousiefabrik   Heinrich   Freeses   in   Berlin   und   in   den   Carl Zeiss   Werken   in   Jena,   werden   schon   Ende   der   1880er Jahre Arbeiterausschüsse gebildet. Parallel     dazu     diskutieren     die     Gewerkschaften     über Formen     einer     möglichen     überbetrieblichen     Mitbe- stimmung:    Die    Christlichen    Gewerkschaften    plädieren für   die   Bildung   von   Arbeitskammern,   die   paritätisch   mit Arbeitgeber-   und   Arbeitnehmervertretern   besetzt   sind, die    Freien    Gewerkschaften    wollen    die    Schaffung    von „reinen“   Arbeiterkammern,   die   den   Industrie-   und   Han- delskammern   zur   Seite   stehen   sollen.   Realisiert   werden beide      Ideen      nicht.      Umgesetzt      aber      werden      die Arbeiterausschüsse   in   den   Betrieben:   1900   werden   in bayerischen   Bergbaubetrieben   Ausschüsse   eingeführt, nach   einem   Bergarbeiterstreik   an   der   Ruhr   1905   auch   in Preußen    in    Bergbaubetrieben    mit    mehr    als    100    Be- schäftigten. Berggesetznovelle 1905 Das   Erstarken   der   Gewerkschaftsbewegung   im   letzten Jahrzehnt    des    19.    Jahrhunderts    sorgt    für    eine    Aus- weitung     der     Arbeiterausschüsse     auf     die     Industrie außerhalb    des    Bergbaus.    Doch    weite    Kreise    der    Un- ternehmerschaft,   vor   allem   der   Schwerindustrie,   lehnen weiterhin   jede   Mitsprache   der   Arbeitnehmer   bzw.   ihrer gewählten   Vertreter   entschieden   ab.   Sie   verbieten   sich jede     Einmischung     „sachfremder“     Interessen     in     ihre Führungsbefugnisse.   Diese   Argumentation   richtet   sich speziell   gegen   die   Beteiligung   der   Gewerkschaften   an den   Betriebsausschüssen.   Dennoch   setzen   sich   die   Ar- beiterausschüsse    in    der    Industrie,    z.B.    in    der    Metall- industrie Berlins, nach und nach durch. Im   Ersten   Weltkrieg   werden,   um   die   Arbeiterschaft   in die    Kriegswirtschaft    einzubinden,    verstärkt    Arbeiter- ausschüsse    eingerichtet.    Das    Hilfsdienstgesetz    1916 billigt    die    Bildung    von    Arbeiterausschüssen    in    allen kriegs-    und    versorgungswichtigen    Unternehmen    mit mehr    als    50    Beschäftigten    unter    Beteiligung    der    Ge- werkschaften.   Diese   Ausschüsse   müssen   in   allen   sozial- en Fragen angehört werden. Quelle: Hans-Böckler-Stiftung
Montan-Mitbestimmung: Zwischen 1956 und 1971 gerät die Montan-Mitbestimmung immer wieder unter Druck. Doch den Gewerkschaften gelingt es, die Mitbestimmung in den Kohle-und Stahlbetrieben zu sichern - bis heute.
HB-Stiftung Kampf um die Mitbestimmung Kohle u. Stahl hat sich bewährt